Ab 1.10.2012 fallen Anspruchszinsen für Einkommensteuernachzahlungen für 2011 an

Ab Oktober des auf den Bilanzstichtag folgenden Jahres fallen für Einkommensteuer- bzw. Körperschaftssteuernachzahlungen Anspruchszinsen bei der Finanzbehörde an.

Die Anspruchszinsen liegen 2 %-Punkte über dem Basiszinssatz. Das ergibt derzeit einen Zinssatz von 2,38 %. Wenn der errechnete Zinsenbetrag 50 EURO nicht erreicht, erfolgt keine Festsetzung. Die Verzinsung erfolgt für höchstens 48 Monate, was insbesondere für betriebsprüfungsbedingte Nachforderungen Bedeutung hat.

Nachteilig ist, dass diese Zinsen nicht als Betriebsausgabe absetzbar sind, die Gutschriftzinsen aber auch nicht als Ertrag angesetzt werden.

Falls der Jahresabschluss bis zum 30.September 2012 nicht veranlagt ist, können anfallende Anspruchszinsen durch rechtzeige Einzahlung einer Vorauszahlung auf das Finanzamtskonto reduziert bzw. vermieden werden. Für die Vorauszahlung ist wie eine Selbstbemessungsabgabe zu deklarieren. Es muss die jeweiligen Steuer, das betreffende Jahr und der Steuernummer angegeben werden. z.B. E 01-12/2011. Wenn der Buchungsvermerk nicht gesetzt ist, kommt es trotz Zahlung zur Verzinsung.

Zu beachten ist, dass Stundungszinsen, die bei einer Zahlungserleichterung  nach Fälligkeit einer Abgabe anfallen, bedeutend höher sind. Bei Fälligkeit einer Abgabe gab es auch bisher schon die Möglichkeit, die Zahlungsfrist durch Stundungsansuchen zum Teil zu verlängern. Diese Stundungen kosten Stundungszinsen in Höhe von 4,5%-Punkte über dem Basiszinssatz (das sind derzeit 4,88 %). Aus Sicht des Zinssatzes ist daher die spätere Stundung das teurere Instrument.