Arbeitgeberzuschüsse für Kinderbetreuung

Arbeitgeber können ihrem Personal einen steuerfreien Zuschuss iHv jährlich EUR 1.000,00 (EUR 500,00 bis 2012) für die Kinderbetreuung gewähren. Die dazu notwendigen Voraussetzungen erfahren Sie im folgenden Beitrag.

 

Voraussetzungen

 

Begünstigt sind nur Dienstnehmer. Die Steuerfreiheit liegt dann vor, wenn der Arbeitgeber allen Dienstnehmern oder Gruppen von Dienstnehmern, für die ein Zuschuss steuerfrei gewährt werden kann, diesen Vorteil einräumt. Das Gruppenmerkmal ist nicht erfüllt, wenn nur bestimmte Personen oder leitende Angestellte den Zuschuss erhalten. Auch ist es nicht zulässig, nur Alleinerziehern den Zuschuss zu gewähren, weil diese Abgrenzung nicht betriebsbezogen ist.

 

Den Dienstnehmern muss für ihr Kind mehr als sechs Monate im Kalenderjahr der Kinderabsetzbetrag selbst zustehen. Steht Kinderabsetzbetrag dem (Ehe)Partner des Dienstnehmers zu, kommt die Steuerbefreiung nicht zur Anwendung.

 

Zusätzlich darf das Kind des Dienstnehmers zu Beginn des Kalenderjahres sein 10. Lebensjahr noch nicht vollendet haben! Es muss sich in Österreich, der EU, in einem Staat des EWR oder der Schweiz aufhalten.

 

Beispiel:

Wird der Sprössling im Juni 2014 10 Jahre alt, kann die Arbeitgeber auch dann einen Kinderbetreuungszuschuss bis zu EUR 1.000,00 steuerfrei belassen, wenn dieser erst im Dezember 2014 geleistet wird.

 

Wann ist der Zuschuss steuerfrei und wann steuerpflichtig?

 

Pro begünstigtem Kind ist ab 2013 jährlich höchstens ein Zuschuss von EUR 1.000,00 steuer-und beitragsfrei.

 

Beispiel:

Die Arbeitgeber gewährt ihrer alleinerziehenden Dienstnehmerin in 2014 für ihren 5-jährigen Sohn einen Zuschuss zum Kindergarten von EUR 1.100,00 für ihre 8-jährige Tochter einen Zuschuss zum Hort von EUR 1.000,00 und einen Zuschuss von EUR 1.000,00 für ihren 12-jährigen Sohn.

Die Arbeitgeber wendet insgesamt EUR 3.100,00 an Zuschüssen auf, die bei ihr eine abzugsfähige Betriebsausgabe sind.

Für den 5-jährigen Sohn und die 8-jährige Tochter sind in Summe EUR 2.000,00 steuer- und sozialabgabenfrei. Der Zuschuss für den 12-jährigen Sohn ist nicht begünstigt und somit zur Gänze steuerpflichtig. Bei dem 5-jährigen Sohn sind vom Zuschuss in Höhe von EUR 1.100,00 EUR 100,00 steuerpflichtig.

 

Der Zuschuss ist entweder direkt an eine institutionelle Kinderbetreuungseinrichtung oder an eine pädagogisch qualifizierte Person zu leisten. Er kann auch in Form von Gutscheinen geleistet werden, wenn sichergestellt ist, dass die Gutscheine ausschließlich bei institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen eingelöst werden können.

 

Vorsicht: Wird der Zuschuss direkt an den Arbeitnehmer in Geld ausgezahlt, liegt immer steuerpflichtiger Arbeitslohn vor!

Außerdem kann keine steuerfreie Auszahlung erfolgen, wenn der Zuschuss ganz oder teilweise an Stelle des bisher gezahlten steuerpflichtigen Arbeitslohns bzw. einer Lohnerhöhungen, auf die ein arbeitsrechtlicher Anspruch besteht, geleistet wird!

 

Der steuerfreie Zuschuss ist unter „sonstige steuerfreie Bezüge“ am Lohnzettel auszuweisen.

 

Welche Voraussetzungen hat der Dienstnehmer zu erfüllen?

 

Der Dienstnehmer hat der Arbeitgeber schriftlich mittels Formular (L 35) folgende Angaben zu machen:

  • Der Kinderabsetzbetrag steht zu;
  • Sozialversicherungsnummer oder Kennnummer der Europäischen Krankenversicherungskarte des Kindes;
  • Geburtsdatum des Kindes (sofern nicht aus der Versicherungsnummer ersichtlich);
  • Erklärung, dass gleichzeitig von keinem anderen Arbeitgeber ein Zuschuss geleistet wird.

 

Die Erklärung gilt bis zum Ende des Kalenderjahres, in dem das begünstigte Kind das 10. Lebensjahr vollendet und ist zum Lohnkonto zu nehmen.

Änderungen (z.B. Wegfall des Kinderabsetzbetrages) sind der Arbeitgeber binnen Monatsfrist bekanntzugeben.

 

Wurde im Kalenderjahr von einem Arbeitgeber schon ein steuerfreier Zuschuss für dieses Kind gewährt, ist die Höhe des gewährten Zuschusses in das Formular aufzunehmen. Der Folgearbeitgeber darf nur den Differenzbetrag auf den Höchstbetrag von EUR 1.000,00 steuerfrei belassen. Mangels Erklärung/Formular oder im Falle der Überschreitung des Höchstbetrages ist der Zuschuss jedenfalls steuerpflichtiger Arbeitslohn!