Ausstellung und Akzept von Gutschriften – Vorsicht!

Folgende Voraussetzungen müssen unter anderem erfüllt sein, damit eine Gutschrift beim Leistungsempfänger gleiche Gültigkeit hat wie eine erhaltene Rechnung:

 

  • der Empfänger der Gutschrift (also der „Leistende“) muss zum gesonderten Ausweis der Steuer in einer Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes berechtigt sein, dh der Empfänger der Gutschrift darf z.B. kein Kleinunternehmer sein,
  • zwischen Austeller und Empfänger der Gutschrift muss ein Einverständnis über die Abrechnung vorliegen (ein schriftlicher Nachweis darüber ist dringend anzuraten),
  • die Gutschrift muss sämtliche gesetzlichen Rechnungsmerkmale enthalten,
  • die Gutschrift muss ausdrücklich seit 1.1.2013 als solche bezeichnet werden,
  • die Gutschrift muss dem Leistungserbringer zugeleitet werden und
  • der Gutschrift generell und dem in der Gutschrift enthaltenen Steuerbetrag hat der Leistungserbringer nicht widersprochen.

 

Bei Vorliegen aller Voraussetzungen gilt die Gutschrift als Rechnung. Der Aussteller der Gutschrift (= Empfänger der Leistung) ist bei Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen zum Vorsteuerabzug berechtigt und der Leistungserbringer ist zur Abfuhr der ausgewiesenen Umsatzsteuer verpflichtet.

 

kaufmännischen Gutschriften“ – nachträgliche Entgeltminderungen

 

Die Verwendung der Bezeichnung „Gutschrift“ auf Belegen könnte zu ungewollten umsatzsteuerlichen Folgen führen, denn der Begriff „Gutschrift“ ist gemäß Umsatzsteuergesetz nunmehr für einen ganz bestimmten Abrechnungsmodus vorgesehen.

Die Verwendung der Bezeichnung „Gutschrift“ ist nämlich streng genommen nur dann richtig, wenn der Leistungsempfänger, also nicht der Leistende, eine an ihn ausgeführte Lieferung oder sonstige Leistung abrechnet.

Gewährt z.B. der Arzt einen Preisnachlass (z.B. Rabatt) bzw. soll eine Rechnung korrigiert werden, so ist der Beleg bspw. als „Entgeltminderung“ oder „Rechnungskorrektur“ zu bezeichnen und nicht als Gutschrift!  Auch ein Storno ist als solches zu bezeichnen. Anderenfalls schuldet der akzeptierende Empfänger der „falschen Gutschrift“ die ausgewiesene Umsatzsteuer und der Vorsteuerabzug geht verloren.

 

Tipp: Kontrollieren Sie erhaltene „Gutschriften“ auf ihre Richtigkeit. Sollte eine nachträgliche Entgeltminderung vorliegen, deren Beleg fälschlicherweise als „Gutschrift“ bezeichnet wurde, könnte die Apotheke die ausgewiesene Umsatzsteuer schulden. In diesem Fall sollte ein Widerspruch des in der als Gutschrift bezeichneten Rechnungskorrektur enthaltenen Steuerbetrags vorgenommen werden, damit die Gutschrift die Wirkung einer Rechnung verliert und die Steuer nicht kraft Rechnungslegung geschuldet wird!