Gewinnfreibetrag (GFB) im Überblick

 

Der Gewinnfreibetrag (GFB) ist eine „fiktive“ Betriebsausgabe, die den steuerpflichtigen Betriebsgewinn reduziert. Bis zur Veranlagung des Jahres 2012 betrug er 13% des Gewinnes, insgesamt jedoch höchstens EUR 100.000,00. Das Erfordernis von Investitionen entfiel für die ersten EUR 30.000,00 (Grundfreibetrag). Darüber hinaus waren Investitionen erforderlich. Der GFB war bei einem Gewinn von EUR 769.231,00 somit maximal ausgenutzt!

Durch die Einschränkungen des 1. Stabilitätsgesetzes 2012 und die aktuellen Änderungen durch das Abgabenänderungsgesetz 2014 können Betriebe, wie auch andere Unternehmen, den Gewinnfreibetrag (GFB) zukünftig jedoch nur noch wie folgt nutzen:

 

Einschränkung durch Staffelung

 

Für Gewinne bis EUR 30.000,00 kommen Betriebe unverändert zur alten Rechtslage in den Genuss des 13%igen Grundfreibetrages, der auch ohne Investitionen die Steuerbasis senkt! Der gewinnmindernde Freibetrag beträgt somit maximal 13 % von 100.000,00 entsprechend EUR 3.900.

Für Betriebsgewinne über EUR 30.000,00 sind weiterhin Investitionen erforderlich um den GFB zu nutzen. Zusätzlich ist seit dem Veranlagungsjahr 2013 der GFB in Abhängigkeit von der Höhe des Gewinnes gestaffelt zu ermitteln und steht über einem Gewinn von EUR 580.000,00 nicht mehr zu. Der maximal erzielbare GFB beträgt daher nur noch EUR 45.350,00 (EUR 3.900,00 Grundfreibetrag und EUR 41.450,00 investitionsbedingter GFB). Die ursprünglich für die Staffelung vorgesehene Befristung bis zum Jahr 2016 ist durch das Abgabenänderungsgesetz 2014 entfallen. Die Staffelung ist somit zum Dauerrecht geworden! Beachten Sie bitte, dass weiterhin ein Antrag auf Geltendmachung erforderlich ist.

 

Gewinn

GFB% GFB

Investitionen

Grundfreibetrag bis EUR  30.000

13%

bis EUR    3.900

nein

Investitionsbedingter GFB EUR   30.000 – EUR 175.000

13%

bis EUR  18.850

ja

Investitionsbedingter GFB EUR 175.000 – EUR 350.000

7%

bis EUR  12.250

ja

Investitionsbedingter GFB EUR 350.000 – EUR 580.000

4,5%

bis EUR  10.350

ja

bis EUR 580.000 bis EUR 45.350

 

 

Einschränkung bei Investitionen

Um in den Genuss des investitionsbedingten GFBs zu gelangen, kommen Investitionen in ungebrauchte, abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einer Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren in Betracht, die in einer Betriebsstätte im Inland oder im übrigen EU/EWR-Raum verwendet werden.

 

Nicht begünstigt sind:

  • Gebrauchte Wirtschaftsgüter sowie
  • PKWs, Kombis, Luftfahrzeuge,
  • geringwertige Wirtschaftsgüter (bis zu EUR 400,00 Anschaffungswert),
  • von beherrschten Unternehmen erworbene und solche Wirtschaftsgüter, für die Forschungsprämie geltend gemacht wird

 

Seit 2010 zählen zu den begünstigten Wirtschaftsgütern auch Gebäudeanschaffungen bzw. die Gebäudeherstellung- und Mieterinvestitionen (Spatenstich nach 31.12.2008).

Begünstige Anschaffungen/Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern, die mindestens 4 Jahre dem Betrieb dienen, müssen im Anlageverzeichnis bzw. in der Anlagenkartei des Betriebs mit Angabe ihres Beitrages zum GFB für jeden Betrieb ausgewiesen werden ansonsten es zur Nachversteuerung kommt!

 

Achtung: Wenn Sie auch andere Betriebe oder mitunternehmerische Beteiligungen haben, kann sich dies auf den GFB des Betriebs mindernd auswirken.

 

NEU ab1.7.2014:

 

Für Veranlagungen von Wirtschaftsjahren bis 30.6.2014 waren auch bestimmte andere Wertpapiere, insbesondere bestimmte Anleihen oder Investmentfonds, begünstigt.
Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2014 wurden aber andere Wertpapiere mit Ausnahme von bestimmten Wohnbauanleihen aus dem Kreis der begünstigten Investitionen ausgeschlossen.

Dies bedeutet, dass für Wirtschaftsjahre endend ab 1.7.2014  neben den Investitionen in begünstigte körperliche Wirtschaftsgüter nur mehr Investitionen in Wohnbauanleihen gewinnmindernd geltend gemacht werden können.
Begünstigt sind nur Wohnbauanleihen, die dem Anlagevermögen eines inländischen Betriebes oder einer inländischen Betriebsstätte ab dem Anschaffungszeitpunkt mindestens vier Jahre gewidmet werden, vorbehaltlich § 10 Abs. 5 Z 2 und Z 3 EStG.

Wohnbauanleihen sind Wandelschuldverschreibungen, die von a) Aktiengesellschaften im Sinne des § 1 Abs. 2 des Bundesgesetzes über steuerliche Sondermaßnahmen zur Förderung des Wohnbaus, BGBl. Nr. 253/1993, in der jeweils geltenden Fassung, oder von b) diesen vergleichbaren Aktiengesellschaften mit Sitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Staat, mit dem eine umfassende Amtshilfe besteht, ausgegeben worden sind und der Förderung des Wohnbaus in Österreich entsprechend den Vorschriften des Bundesgesetzes über steuerliche Sondermaßnahmen zur Förderung des Wohnbaus, BGBl. Nr. 253/1993, in der jeweils geltenden Fassung, dienen.

Diese Wohnbauanleihen müssen für jeden Betrieb gesondert mit Angabe ihres Beitrages zum GFB zusätzlich in einem gesonderten Verzeichnis ausgewiesen werden.  Diese Regelung gilt voraussichtlich nur bis Ende 2016.

 

 

TIPP zur vorzeitigen Ausscheidung:

 

Scheiden Wohnbauanleihen vor Ablauf von 4 Jahren aus dem Betrieb aus, so unterbleibt eine Nachversteuerung, wenn im selben Jahr andere begünstigte „abnutzbare“ körperliche Wirtschaftsgüter (daher keine Wohnbauanleihen) gekauft werden!

Für den Fall, dass Wohnbauanleihen jedoch vorzeitig getilgt werden, ist auch ein Ersatz durch Wohnbauanleihen innerhalb von 2 Monaten erlaubt.

Scheiden allerdings abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter vor Ablauf der 4-Jahrefrist aus, so gibt es keine Ersatzbeschaffungsmöglichkeit. Nur bei höherer Gewalt oder im Falle eines