Änderung der Facharztbezeichnung im Zuge der ÄAO 2015

Ein Facharzt, dessen Sonderfachbezeichnung sich durch die „neue“ Ärzte-Ausbildungsordnung (ÄAO 2015) geändert hat, möchte einerseits nunmehr die neue Sonderfachbezeichnung verwenden (Ordinationsschild, Visitenkarten, etc.), andererseits aber auch weiterhin das Additivfach, welches seinerzeit noch unter dem Regime der „alten“ Ärzte-Ausbildungsordnung (ÄAO 2006) erworben wurde, führen. Ist eine derartige Kombination zwischen „neuer“ und „alter“ Ärzte-Ausbildungsordnung möglich? 

Die Bestimmung des § 29 ÄAO 2015 enthält eine Reihe von Sonderfächern, deren Bezeichnung sich durch die Einführung der Ärzte-Ausbildungsordnung 2015 geändert hat. Beispiele hierfür sind etwa die nunmehrigen Sonderfachbezeichnungen Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin. Wenngleich die Führung in der Ärzteliste ausschließlich nach der „neuen“ Sonderfachbezeichnung erfolgt, hat jeder Arzt für sich individuell die Möglichkeit, zwischen der „alten“ und „neuen“ Sonderfachbezeichnung auf dem Ordinationsschild, den Visitenkarten, etc. zu wählen. Entscheidet sich ein Arzt, die „neue“ Sonderfachbezeichnung zu führen, ist es ihm auch möglich, eine allfällige Additivfachbezeichnung, die nach der ÄAO 2006 erworben wurde, weiterhin zu verwenden. Führt beispielsweise ein HNO-Arzt, der seinerzeit das Additivfach Phoniatrie nach der ÄAO 2006 erworben hat, nunmehr die „neue“ Sonderfachbezeichnung Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (anstatt Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten), steht es ihm frei, auch weiterhin die „alte“ Additivfachbezeichnung Phoniatrie zusätzlich zu verwenden. So gesehen erfolgt in diesen Fällen gewissermaßen eine Kombination zwischen der ÄAO 2006 und jener aus 2015.