Beachtenswertes für den Ferialjob im Sommer

Viele Schüler und Studenten werden im Sommer wieder Ferialjobs absolvieren, auch in der Apotheke. Arbeits- und sozialversicherungsrechtlich muss jedoch zwischen „echten“ Ferialpraktikanten und Ferialarbeitnehmern unterschieden werden.

 

Ferialarbeitnehmer:

In der Praxis kommen häufig sog. Ferialarbeitnehmer vor. Laut Kollektivvertrag sind dies „Personen, welche eine Schule, Universität oder vergleichbare Bildungseinrichtung besuchen“. In der Regel werden sie als Apothekenhilfskräfte (BG1 des KV) mit einem befristeten Dienstverhältnis eingestuft. Ferialarbeitnehmer sind weisungsgebunden, haben Anspruch auf die kollektivvertraglichen Mindestlöhne, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und auf Urlaub. Das Arbeitsrecht kommt voll zur Anwendung.

 

Vorsicht: Wird ein Ferialarbeitnehmer mehrere Monate angestellt oder bspw. ein Student nach dem Ferialjob jedes Wochenende eingesetzt, kann ein Dienstverhältnis begründet werden, das zu einer Änderung der Beschäftigungsgruppe (BG2 oder sogar BG3) bzw. zu einer Gehaltserhöhung führt.

 

„Echte“ Ferialpraktikanten:

Schüler und Studenten, die ein Praktikum gemäß Schul- oder Studienplan leisten, wo der Ausbildungs- und Lernzweck im Vordergrund der Beschäftigung steht, sind sog. „echte“ Ferialpraktikanten.

Folgende Merkmale treffen auf die Praktikanten zu:

  • Weisungsfreiheit (ausgenommen Arbeitnehmerschutzvorschriften),
  • keine Arbeitspflicht und
  • weitgehend freie Zeiteinteilung.

 

Vorsicht: Bereits eine leichte Hilfstätigkeit im Interesse des Betriebes, wie Ordner beschriften oder Lagerware etikettieren, schließt bereits das Vorliegen eines echten Ferialpraktikums aus! „Echte“ Ferialpraktikanten kommen in der Praxis daher nur selten vor.

Der Kollektivvertrag bzw. das Arbeitsrecht gelten nicht und es ist grundsätzlich keine Anmeldung bei der GKK notwendig. Sollte dem Ferialpraktikanten jedoch ein Taschengeld ausbezahlt werden, liegt ein lohnsteuerpflichtiges Entgelt vor und eine Anmeldung bei der GKK ist notwendig!

 

TIPP: Schließen Sie immer eine schriftliche Vereinbarung ab (echte Ferialpraktikanten: Ausbildungsvertrag, Ferialarbeitnehmer: Arbeitsvertrag) und vermeiden Sie Unterentlohnungs-Fallen!

 

 

Vorsicht Familienbeihilfe: Kinder unter 18 Jahren können beliebig viel verdienen, ohne dass der Anspruch auf Familienbeihilfe verloren geht. Ab der Vollendung des 18. Lebensjahres geht der Anspruch verloren, wenn das Jahreseinkommen EUR 10.000,00 übersteigt.

 

TIPP Arbeitnehmerveranlagung: Ferialarbeitnehmer, die nur in den Ferien arbeiten, erhalten regelmäßig eine Steuergutschrift, daher sollte jedenfalls eine Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt werden!