Familienbeihilfe – Zuverdienstgrenze eines volljährigen Kindes

 

Anspruch auf Familienbeihilfe besteht generell für minderjährige Kinder. Sie wird bis zur Volljährigkeit (Vollendung des 18. Lebensjahres) ohne besondere Voraussetzungen in Bezug auf die Tätigkeit des Kindes gewährt und danach nur bis zum Abschluss einer Berufsausbil­dung, längstens bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres (in Ausnahmefällen – z.B. erheblich behinderte Kinder oder bei bestimmten Studien – bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres). Während des Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienstes steht keine Familienbeihilfe zu.

Um die Familienbeihilfe (und damit verbunden auch den gemeinsam ausbezahlten Kinderabsetzbetrag iHv EUR 58,40 pro Kind und Monat) nicht zu verlieren, darf das eigene steuerlich maßgebende Gesamteinkommen des volljährigen Kindes NICHT über EUR 10.000,00 pro Jahr liegen! Auch für Kinder mit erheblicher Behinderung gilt diese Jahresgrenze.

 

Wie wird die Zuverdienstgrenze ermittelt?

 

Bei Selbstständigen ist das Einkommen maßgeblich, welches sich aus dem letzten Einkommensteuerbescheid ergibt (Gewinn oder Überschuss). Bei Dienstverhältnissen gilt als Einkommen der jährliche Bruttobezug, jedoch ohne 13. und 14. Gehalt und abzüglich Sozialversicherung, Werbungskosten und Sonderausgaben.

 

Folgende Einkünfte werden bei der Ermittlung des Einkommens für den Anspruch auf Familienbeihilfe ebenfalls NICHT berücksichtigt:

  • Einkünfte, die vor oder nach Zeiträumen, für die Anspruch auf Familienbeihilfe bestand, erzielt wurden bzw. werden,
  • Lehrlingsentschädigungen
  • Waisenpensionen und Waisenversorgungsgenüsse und
  • einkommensteuerfreie Bezüge (z.B. Studienbeihilfen, Karenzgeld, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe).

 

VORSICHT: Bei Überschreiten dieser Einkommensgrenze ist die Familienbeihilfe (einschließlich Kinderabsetzbetrag) für das ganze Jahr zurückzuzahlen!

Erhalten Sie für mehrere Kinder Familienbeihilfe, kann es auch zusätzlich zu einer Verschlechterung der Familienbeihilfen für die  anderen Kinder kommen (Wegfall/Minderung von Erhöhungsbeträgen durch Nachrückung später geborener Kinder in der Staffelung!).

 

TIPP: Alle Ausgaben in Zusammenhang mit dem Zuverdienst und während des Bezugs der Familienbeihilfe (Reisekosten, Arbeitsmittel, Aus- und Weiterbildung, usw.), mindern das Einkommen für die Zuverdienstgrenze. Auch Anzahlungen zählen dazu! Bewahren Sie daher sorgfältig alle Rechnungen für solche Aufwendungen auf!